Im Folgenden möchte ich mein aktuelles Vorgehen zur Zucht von Daphnia beschreiben. Meine Erfahrungen sind noch nicht besonders groß, da die Zucht erst 6 Wochen (Juni - Juli) läuft, aber einen ersten Eindruck kann ich vermitteln.

Da mir der Ertrag aus knapp 50 Litern Wasservolumen in Aquarien nicht genügte, suchte ich nach einer Lösung, die weniger arbeitsintensiv ist und meinen Bedarf komplett decken kann.

Meine Lösung sind zwei Mörtelkübel à 90 Liter, das Ergebnis folgendes:

Die beiden Mörtelkübel wurden komplett eingegraben. Die Tageshöchsttemperatur beträgt bei 30°C Lufttemperatur 25°C. Würden die Kübel nicht eingegraben sein, steigen die Temperaturen auf über 30°C, was zum Absterben der Daphnia führen würde. Die Mörtelkübel stehen nach Süden ausgerichtet. Sie bekommen etwa 8 Stunden Sonne pro Tag.

Die Einrichtung sollte natürlich und selbstregulierend sein. Aus diesem Grund sollten Sumpfpflanzen, Schwimmpflanzen und gewünschte Fadenalgen für eine gute Nährstoffzehrung sorgen. Zusätzlich sollen die Pflanzen größtenteils winterhart sein.

Die Sumpfpflanzen stehen in ihrem Topf auf einem Backstein. Damit stehen die Pflanzen nur maximal 4cm unter Wasser. Bei stürmischem Wetter kippen die Pflanzen so aber leider um, weshalb Sandstein nun zur Sicherung auf dem Topf und dem Rand des Mörtelkübels aufliegt.

Ein Mörtelkübel beherbergt als Sumpfpflanze eine Schwertlilie (Iris pseudacorus), der andere Froschlöffel. Als Beschattung, maximal zu Hälfte, dienen Wasserhyazinthe und Schwimmfarn.
Das Wachstum der Schwimmpflanzen ist überaus zufriedenstellend und gerade den Schwimmfarn musste ich bereits ausdünnen. Der Froschlöffel hat einen eindrucksvollen Blütenstand ausgebildet, worunter die Pflanze nun auch etwas leidet.


Eingesetzt wurden danach die Wasserflöhe (Daphnia magna), Glanzwürmer (Lumbriculus variegatus) und Posthornschnecken. Die Fütterung erfolgt wöchentlich durch etwa 5 Liter Grünwasser (Wasser mit Grünalgen) pro Mörtelkübel und zweiwöchentlich eine Packung Trockenhefe für beide Mörtelkübel.
Der Ertrag variiert kaum, obwohl das Wetter bisher äußerst wechselhaft ist.
Folgendes Bild zeigt die Menge Daphnia, die ich erhalte, wenn ich einen 20x10cm Kescher ein Mal durch den freien Bereich eines Mörtelkübels ziehe:

Der tägliche Ertrag pro Mörtelkübel ist schätzungsweise doppelt so groß.

 Zusätzlich haben sich viele Stechmücken angesiedelt, die für viele zusätzliche Futtertiere in Form von schwarzen Mückenlarven sorgen. Die Glanzwürmer kann ich absammeln, indem ich ihr Kultursubstrat aus dem Wasser nehme. Hierzu habe ich ein beschwertes Stück Filterwatte in jedem Kübel.

Ausblick: Im Herbst werde ich einen Teil der Daphnia und Lumbriculus, sowie alle großen Schnecken absammeln und weiter im Haus kultivieren, da mein Bedarf im Winter sehr gring ist und draussen sowieso alle Tiere absterben werden, da die 40cm Wassertiefe keinen Schutz vor Frost darstellt.