Die Einleitung der Winterruhe und die korrekte Durchführung in natürlicher Länge mit tiefen Temperaturen sehe ich als entscheidend für die Nachzucht von Ambystoma spec.
  Diesen Winter (2011/2012) läuft es folgendermaßen ab:

Meine Tiere stehen in einem seperaten Raum, der ein geöffnetes Fenster hat. Dadurch sinken die Temperaturen im Herbst. Dies geschieht zwar nicht so heftig wie es draussen zum Teil sein kann, aber auch mit etwas Verzögerung haben die Temperaturen beginnend im Oktober mit 11-13°C bis zum 26. November 8-9°C erreicht. Ambystoma tigrinum und macrodactylum sind bereits von der Bildfläche verschwunden, haben aber trotzdem noch Futter erbeutet. Einzig Ambystoma gracile waren noch zu sehen.

Die Überwinterung findet bei mir in einem weiteren Raum statt. Dieser liegt völlig unter der Erde, hat keine Fenster und Naturboden. Im Jahresverlauf hat es dort bis zu 16°C im Sommer und 2-5°C im Winter. Ende November ist die Temperatur ebenfalls bei etwa 8°C, also wie bei den Ambystomatiden. Somit bietet es sich an genau zu dieser Zeit die  Winterruhe offziell einzuleiten. Meine Tiere überwintern in extra Kunststoffboxen, da es keinen Sinn machen würde, wie in ihren Terrarien zu überwintern. Je nach Gruppen-/Tiergröße haben sie Boxen mit der Grundfläche von 40x30 oder 50x35cm. Das Substrat ist ausschließlich Moos, das ich etwa 20cm hoch aufschichte und im unteren Bereich anpresse um eine dichtere Struktur zu erhalten. In Erde lassen sich die Tiere nicht kontrollieren, ausserdem ist es mir zu mühselig große Mengen Erde im Wald zu besorgen, gerade wenn sich die Temperaturen draussen in Bereichen um den Gefrierpunkt bewegen.

Die Kontrolle im Winter beschränkt sich auf die Temperatur - gerade wenn man sehr nahe an den Gefrierpunkt kommt; die Feuchtigkeit, die nur mit temperiertem Wasser beeinflusst wird und der Kontrolle der Tiere selbst. Um den Zustand der Tiere zu überprüfen, hebe ich regelmäßig (alle ein bis zwei Wochen) die Moospolster an, bis ich ein oder zwei Tiere gefunden habe, oder suche die Tiere durch die milchige Kunststoffwand, was ich bevorzuge um sie nicht zu sehr zu stören.

Das Ende der Winterruhe ist erreicht, wenn sich auch die heimischen Amphibien zu ihren Laichplätzen aufmachen. Hierbei orientiere ich mich an den Erdkröten, da sie wie Ambystomatiden früh im Jahr auftauchen und man leicht den Beginn der Wanderung ausmachen kann. Besonders wichtig ist mir dieser natürliche Start, da ich meine Zuchtgruppen im Frühjahr in Aquarien draussen setze und zum Zeitpunkt der natürlichen Laichwanderung nur nur noch selten Fröste auftreten.

Update 04.01.12: De Temperatur ist nun bei 7°C. Das ist viel zu hoch für diesen Januar. Das äußerst milde Wetter mit bis zu 13°C draussen sorgt dafür, dass die Tiere immer noch nicht zur Ruhe kommen. Häufig sehe ich noch Einzelexemplare ausserhalb des Mooses.

Update 05.02.12: Seit Mitte Januar kann man von Winterruhe sprechen, da die Temperatur auf 4-5°C gesunken ist. Ende Januar kommt es bis in die zweite Februarwoche zu Dauerfrost mit strengen Nachtfrösten um -13°C. Die Temperatur bei den Tieren ist bei 1-2°C also regelrecht optimal, aber auch grenzwertig. Eine tägliche Kontrole der Temperaturen ist unbedingt von Nöten!
Trotz der niedrigen Temperaturen bewegen sich die Tiere immer noch, die A. gracile zum Beispiel sind zum Teil sogar an der Oberfläche zu sehen.

Gewonnene Erkenntnis: Ambystoma laterale ist ab 2,5-3°C wieder aktiv. Die Tiere sitzen nun im Terrarium und klettern an den Wänden hoch, beziehungsweise laufen dauerhaft an der Oberfläche hin und her.

Das Ende der Winterruhe wurde am 2.3. beendet, als abzusehen war, dass die Aussentemperaturen zumindest vorübergehend stabil oberhalb von 0°C bleiben.