Nachzucht Ambystoma tigrinum (F1 2011)

Die Elterntiere sind Wildfänge von Oktober 2010 aus Gilberts, illinois.



Sie hatten eine Überwinterung bei (2)-3-5°C von Mitte November bis Ende Februar/Anfang März in einem komplett dunklen Kellerraum.
Bei etwa 6°C haben sich die Männchen ausgegraben. Das war am 26.2. Glücklicherweise war auch diese Nacht der Beginn der Wanderungen unserer heimischen Amphibien bei etwa 8°C und Regen.
Das Aquarium (100x40x40 mit 15cm Wasserstand) war schon draussen und gefüllt mit Eichenlaub, Ästen (Durchmesser 1-5cm), feinen Zweigen (Hängebirke), Wasserpest und einer Korkinsel. Die Wassertemperatur war bei etwa 7°C also habe ich die Männchen hinein gesetzt.
Die folgenden Nächte waren recht kalt (bis -4°C) und das Aquarium ist teilweise bis in den Nachmittag zugefroren gewesen. Anfang März wurde das Wetter viel milder, 7°C nachts und 15°C am Tag waren perfekt um die Weibchen auch ins Wasser zu setzen. Also durften diese am 11.3. (13 Tage später) zu den Männchen.



Bereits in der folgenden Nacht konnte ich sehen, wie die Männchen die beiden Weibchen durch das ganze Becken schoben, sie balzten also. Die Weibchen schienen allerdings nicht sonderlich beeindruckt und zeigten sich eher als passive Partner, die alles mit sich machen ließen.
In der Nacht des 12.3. war schon wieder alles ruhig und keiner dachte mehr an die Balz.
Am Morgen des 13.3., entdeckte ich dann aber tatsächlich zwei kleine Laichklumpen. Bis 14.3. wurden etwa 150 Eier gelegt, diese aber nur nachts, nur in Klumpen (10-20 Eier) und nur an Holz (vor allem dünnste Zweige und selten an Kork), künstliche Laichhilfen (Streifen aus Gefrierbeuteln) wurden, ebenso wie die Wasserpest gänzlich vermieden.
Bis 15.3. wurden etwa 300 Eier durch zwei Weibchen abgelaicht, was sehr wenig für diese Art ist.

Die Elterntiere befinden sich am 20.3. immer noch im Wasser, weitere Eiablagen konnten aber nicht mehr beobachtet werden.
Das Interesse der Eltern am Laich scheint sehr gering bis gar nicht vorhanden zu sein.

Separierte Eier bei 17-18°C zeigen am 20.3. bereits deutlich abgesetzte Köpfe, sehr wenige starben bisher ab (etwa 5%).

Die künftige Aufzucht soll bei 18°C und mit Mikrowürmchen und Cyclops (selten Daphnia) als Erstfutter erfolgen. Sobald sich die Vorderbeine der Larven entwickelt haben soll weitgehend auf totes Futter umgestellt werden. Vor allem Frostfutter (Rote und schwarze Mückenlarven, Daphnia und Cyclops), Axobalance Pellets (von Frank Ambrock; aquaterratec.de), Bachflohkrebse, Tauwürmer und Stinte sollen den Speiseplan bis zur Metamorphose bilden.

21.3.: Die KRL der Embryos beträgt 5mm, am Kopf der Embryos entwickeln sich langsam kleine Knospen, die später zu den Kiemenästen werden.

26.3.: Heute, nach 12-13 Tagen schlüpften die ersten beiden Larven mit einer Gesamtlänge von 12mm (nach Petranka sollten die Larven 13-17mm lang sein)

28.3.: 15 von 35 Larven sind geschlüpft. Die ersten beginnen die Jagd auf Cyclops.

31.3.: Inzwischen sind 27 Larven geschlüpft. Die ersten messen schon 17mm (5mm Wachstum in 5 Tagen). Cyclops waren die einzigen Futtertiere bisher, am Abend wurden aber noch einige Mikrowürmer aus der eigenen Zucht (ohne Hefe!) hinzugesetzt. Es war immer genug Futter im Behältnis (Heimchendosen). Aktuell sind die Larven in 3 Heimchendosen aufgeteil (Dosen 1 + 2 jeweils 11 Tiere; Dose 3: 5 jüngere Larven). Heute fand auch der erste Wasserwechsel (80-90%) statt.

Zwei Larven zeigen eine leichte Krümmung zwischen Körper und Schwanz, wenn man sie von oben betrachtet. Auch zeigen sie eine verminderte Fluchtreaktion bei Störung und scheinen weniger zu fressen. Desweiteren zeigte eine dieser Larven bereits zwei Tage nach Schlupf deutliche Verstümmelungen an zwei Kiemenästen, verursacht von Geschwistern.

Einer der drei Laichklumpen, die zwischen dem 12. und 13.3. abgelaicht wurden, beherrbergt immer noch fast alle Embryos. Diese Tiere entwickeln sich deutlich langsamer und zeigten als frühe Embryos auch die Tendenz sich kaum Längenwachstum zu zeigen, sondern einen "blasenförmigen" Körper zu bekommen. Diese Eigenschaft bildete sich bei fast allen Embryos (fast) vollständig zurück (die Embryos stehen unter dauerhafter Beobachtung).

5.4.: Die ersten Larven haben nach 7-9 Tagen Fütterung bereits die 2cm-Marke geknackt.

Eine Gruppe jüngerer Geschwister (geschlüpft am 1.4.) werden bisher ausschließlich mit Mikrowürmern gefüttert um Unterschiede zur alleinigen Fütterung mit Cyclops feststellen zu können.
Bisher zeichnet sich ein geringfügig verzögertes Wachstum ab. Die Mikrowürmer sind im Verhältnis zu adulten Cyclops aber auch sehr klein, teilweise bin ich mir auch nicht ganz sicher, ob die Tiere als Futter wirklich wahrgenommen werden.

7.4.: von den ursprünglich 38 entnommenen Eiern schlüpften 29 normal entwickelte, lebensfähige Larven. 3 Eier haben sich von Beginn an nicht entwickelt, 3 Larven sind während der letzten 1-2 Tage ihrer Embryonalzeit abgestorben und 3 weitere Larven schlüpften, waren aber sehr deformiert ("Blasenbauch" oder extram kurzer SChwanz und Koordinationsprobleme.

Die erste Larve  hat bereits eine Ausnahmegröße von 2,5cm erreicht und ist damit etwa 4mm länger als ihre Geschwister. Bis dato kann kein vergrößterter Schädel als Zeichen für Kannibalismus erkannt werden.

Heute wurde noch einmal ein Laichklumpen mit 24 Eiern entnommen. Auch bei diesem erkennt man schon 2 sich nicht entwickelnde Embryos. Alle anderen sind kurz vor dem Schlupf, aber einige auch fehlentwickelt

17.4.: Die ersten Larven haben 3cm Länge überschritten (3,3cm). Die Vorderbeine sind allerdings noch nicht komplett ausgebildet.
Heute wurde zum ersten Mal eine zusätzliche Fütterung mit 1mm-Pellets und gefrorenen roten Mückenlarven probiert. Die Akzeptanz war, wie erwartet, gering bis nicht vorhanden.

19.4.: Die größte Larve misst nun 3,8cm. Auch sie hat noch keine komplett ausgebildeten Vorderextremitäten, die Zehen befinden sich im Wachstum und die Länge befindet sich in etwa bei 3/4.
Bei Larven mit mehr als 3cm Länge lassen sich auch schon die Hinterbeinknospen erkennen.

Im Zuchtaquarium draussen habe ich etwa 50 Eier belassen. Etwa 20 (ein Klumpen) stellten sich inzwischen als unbefruchtet heraus.
Die geschlüpften Larven wirken sehr fit und gut genährt. Sie sind etwa 1,7cm groß, einige erst frisch oder noch gar nicht geschlüpft, aber deutlich größer als die Schlüpflinge bei höherer Temperatur im Haus.

2.5.: Die größte Larve hat inzwischen die 5cm geknackt. Frostfutter wird inzwischen von fast allen mit Liebe verspeist. Allein die später geschlüpften Larven werden noch mit Lebendfutter ernährt, haben aber auch schon Vorderbeine, sodass ich bald umstellen kann.

Bei der größten Larven bilden sich auch schon die Hinterbeine.

Es gab bisher 4 Verluste. Zwei davon kündigten sich schon an, da die Larven die Tage zuvor sehr dünn wurden und scheinbar das Fressen einstellten.

6.5.: Im Aussenbecken sind starke Temperaturschwankungen zu bemerken. Innerhalb der letzten Woche schwankten die Werte zwischen 5°C nachts und maximal 19°C tagsüber. Im Becken kann man kaum noch Cyclops finden, dafür viele schwarze Mückenlarven.
Die größten Larven haben etwa 3,2cm, die kleinsten 2cm. Die Anzahl ist weiterhin stabil.

Im Haus ist die größte Larve 6cm lang und damit 1cm länger als vor 4 Tagen.

15.5.: Maximum: 7cm

22.5.: Im Aussenbecken konnte ich eben etwa 10 Larven mit bis zu 4cm Länge beobachten, Sie wirken gut genährt und sind sehr schreckhaft.
Die größte Larve im Haus hat 8cm Länge, die Kleinste etwa 4cm.

(Randnotiz: Dieses Bild wurde zum Photo of the Month Decembre 2011 bei Caudata Culture gewählt!)

25.5.: Heute kam es zum ersten Fall, richtigen Kannibalismus. Es wurde ein Tier angefallen, dass mindestens so groß war, wie der Rest im Gefäß (etwa 6,5cm). Zuerst wurden Teile des Schwanzes abgetrennt und zerfetzt, zusätzlich noch zwei Kiemenäste abgetrennt und schließlich in ein Vorderbein verbissen. in diesem Moment wurden die Tiere getrennt und das geschädigte Tier separiert. Leider war es nicht möglich es zu retten.

31.5.: Max. 9cm

3.6.: Heute habe ich durch Zufall im bräunlich verfärbten Wasser des Aussenbeckens eine (verhältnismäßig) große Larve entdecken können. Die Größenspanne draussen reicht somit von etwa 3cm bis 8cm. Bei dem großen Tier, das ich daraufhin gleich herausgefangen habe war ein leicht verbreiterter Schädel festzustellen, aufgrund der Größe ist auch davon auszugehen, dass sich das Tier vorrangig von Geschwisterchen ernährte.
Im selben Zug durchsuchte ich das Becken auch nach Futter. Folgendes war zu finden: Cyclops, Stechmückenlarven, Zuckmückenlarven, Nematoden, Schnecken und Wasserasseln.
Das größte Tier hat nun 10cm Länge.

20.6.:

25.6.: Das erste Tier beginnt mit der Metamorphose. Der Schwimmsaum schmilzt ein und die Augen werden größer. Das Tier ist 11cm lang.

27.6.: Die Anzeichen für die Metamorphose werden immer deutlicher. Auf dem Rücken ist der Schwimmsaum schon fast vollständig verschwunden.
Bei keinem anderen Tier sonst sind Anzeichen zu bemerken. Das größte Tier misst 13cm, das Wachstum scheint nun langsamer zu werden.

29.6.:

1.7.:

8.7.: Größtes Tier: 15cm
3 Tiere durch Metamorphose, zwei kurz vor Abschluss, 2 weitere gerade am Anfang (alle aus einem Becken)

26.7.: Mittlerweile sind 12 Tiere durch die Metamorphose, 4 weitere mittendrin. Gerade kann ich gut Tiere mit 12-14cm und Tiere mit 8-10cm vergleichen, auffällig ist, dass Tiere über 10cm nur noch rcht langsam in die Länge wachsen. Das Wachstum beschränkt sich bei ihnen mehr darauf, an Höhe und Masse zu gewinnen und lässt sie sehr stabil aussehen.

20.8.: Die letzten Tiere sind durch die Metamorphose.

24.9.: Das größte Tier misst nun 18cm und die ersten Männchen lassen sich anhand ihrer Kloake erkennen.